Welcher Anzug zu welcher Körperform passt…

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Am einfachsten ist es für „normal“ gebaute Männer sich zu kleiden. Doch auch wer zu klein, zu groß, zu dick oder zu dünn ist, kann Anzüge tragen und dabei toll aussehen. Modemacher Holger Sommer verrät im Gentleman-Blog, mit welchen Tricks Männer bei der Wahl des Anzuges und der Accessoires für ein überzeugendes Erscheinungsbild sorgen können, und welche klassischen Anzüge den Körper optimal aussehen lassen.

GRUNDSÄTZLICHES

Grundsätzlich sollte der Anzug am Körper anliegen, das heißt nicht zu weit aber auch nicht zu eng sein. Die Schultern des Sakkos sollten mit der realen Schulter abschließen und die Ärmel in der Länge so lang sein, dass die Hemdmanschetten etwa 1,5 cm herausschauen.

Normalerweise teilt die Sakko-Länge den Körper circa in der Hüfte. Doch hier lauern schon die ersten Fallstricke. Vorsicht, wenn der Oberkörper länger ist als die Beine. In dem Fall ist es besser, die Länge oberhalb der Hüfte zu halten. Beim kurzen Oberkörper sollte man das Sakko etwas länger als die Hüfte tragen.

Ebenso hilft es durch die Farbe des Anzuges dem Körper eine Kontur zu geben. Helle Farben besitzen eine offene Grenze, dadurch wirkt der Körper breiter. Dunkle Farben bewirken eine scharfe Abgrenzung und machen den Träger somit optisch schmaler.

ANZUG-TIPPS FÜR KLEINE MÄNNER

Bei einem untersetzen Korpus ist es wichtig den Körper optisch zu strecken und die Proportionen einzuhalten. Dazu kann man sich vieler kleiner Kniffe bedienen.

Derzeit sind die 2-Knopf Anzüge das Maß aller Dinge. Diese Form streckt den Körper. Auch ein schmales Revers verlängert den Körper, ein breites Revers macht den Korpus optisch „dicker“. Die Breite des Revers sollte man also auf die Breite des Körpers abstimmen.

Das Sakko darf nicht zu lang sein, damit die Beine nicht zu kurz wirken. Ebenso sind Unterteilungen wie ein auffälliger Gürtel zu vermeiden. Die Hose ohne Gürtel zu tragen wäre optimal, ansonsten ist es möglich die Gürtelfarbe Ton in Ton mit der Hose zu wählen. Die Manschetten sollten aus dem Ärmel des Sakkos herausschauen, allerdings nur maximal einen Zentimeter. Andernfalls wirkt der Ärmel zu kurz.

Die Anzughose darf nicht zu weit sein, sonst entsteht zu schnell der Eindruck eines „Ballons“. Auch wenn es viele bequem mögen – bequem ist für die heimische Couch reserviert. Die Maxime lautet stattdessen: Im Hosenbund so weit wie nötig und dann zum Fußgelenk schmal werdend.

Ein Tuch in der Brusttasche lenkt den Blick nach oben. Und da gehört der Blick der Mitmenschen auch hin. Mit Mustern auf dem Tuch sollte man sich allerdings in Zurückhaltung üben, hier sind unifarbene und kleine Ton-in-Ton-Muster zu empfehlen. Mit der Krawatte darf gespielt werden. Wichtig hierbei: Das Motive sollte eine „streckende Wirkung“ haben.

ANZUG-TIPPS FÜR GROSSE MÄNNER

Bei körperlich großen (und schlanken) Männern verhält es sich genau umgekehrt. Wer sich als Mann optisch kleiner machen möchte, erreicht dies durch die „Unterbrechung“ des Körpers. Eine gute Möglichkeit bietet dazu der Gürtel. Hier gilt: dezent aber sichtbar.

Schwierig wird es wenn die Proportionen zwischen Oberkörper und Beinen nicht in der Balance sind. Die Länge des Sakkos sollte hier die Einteilung zwischen oben und unten bestimmen. Das erzeugt einen Bruch des Körpers und lässt den Mann kleiner erscheinen.

Die meisten großen Männer tragen die Ärmel zu lang. Es empfiehlt sich die Manschette etwa 1,5 cm rausschauen zu lassen. Das sorgt für einen optisch verkürzten Eindruck.

Die Motive der Krawatte sollten breit wirken, damit die Körperlänge nicht noch weiter unterstrichen wird. Ebenso darf das Revers nicht zu schmal sein, weil hiermit auch wieder die Länge unterstrichen wird.

Die Beine werden bei einer zu schlanken Hose schnell als Storchenbeine empfunden. Wichtig ist wieder das proportionale Verhältnis zwischen dem Volumen des Oberkörpers und dem optischen Volumen der Beine. Mein Tipp: Lieber die Hose etwas zu schlaksig als zu eng halten, um dem Oberkörper optisch einen feste Basis zu geben.

NUR TIPPS, KEINE VORSCHRIFTEN

Ich möchte Ihnen in meiner Analyse keine starren Vorschriften mit an die Hand geben. Auch wer sich immer an die Regeln hält, kann daneben greifen. Die genannten Regeln sind zwar gemeinhin gültig, dennoch hängt die Wirkung des Anzuges stets von vielen weiteren Faktoren wie Hauttonung, Ausstrahlung, Körperhaltung und Tagesverfassung ab. Außerdem kommt es darauf an, zu welchem Anlass der Anzug getragen wird. Steht der Träger selber im Mittelpunkt des Geschehens, ist er Begleitung, möchten Sie neue Kontakte knüpfen, dem neuen Kunden positiv ins Auge fallen und im Gedächtnis bleiben? Erst wenn diese Faktoren bekannt sind, lässt sich wirklich beurteilen, wie Sie wirklich gut dastehen.

Mit meinen Angaben gebe ich Ihnen ein Grundgerüst zur Hand, mit dem Sie beim Kauf eines Anzuges die ersten Schritte in die richtige Richtung gehen können. Wenn Sie in modischen Dingen nicht allzu bewandert und stilsicher sind, so empfehle ich Ihnen einen Stilberater, Personal-Shopper oder einen guten Herrenausstatter. Hier erhalten Sie kompetente Hilfe bei der Suche nach der für Sie optimalen richtigen Kleidung.

2017-05-04T11:04:30+00:00